Nützlich?

Dienstag, 31. Januar 2012

Die­ses „Nichts“ zu erfah­ren bringt bei mir den Wunsch mit sich, dar­über zu reden. Sich aus­zu­tau­schen. Nicht ein­fach nur ein Buch zu lesen oder ein Video zu sehen, son­dern ein ech­tes Gegen­über zu haben. Ein Aus­tausch im Hier und Jetzt. Im „Nichts“.


Aber wie soll ich über etwas reden, das zwar erfah­ren, aber im Grun­de nicht kom­mu­ni­ziert wer­den kann? Die Spra­che ist so ein unzu­läng­li­ches Werk­zeug. Ich bin dar­auf ange­wie­sen, dass mein Gegen­über bereits das glei­che Ver­ständ­nis bzw. die glei­che Erfah­rung hat. Dass zwi­schen den Zei­len oder in den Pau­sen ein Erken­nen geschieht.

Wie ein Ver­lieb­ter möch­te ich von dem erfah­re­nen Glück erzäh­len — und muss doch stumm blei­ben. Weil nie­mand die Spra­che zu ver­ste­hen scheint, die ich spre­che. Oder es wird zwar die Spra­che ver­stan­den, aber nicht die Bedeu­tung der Wor­te. Nicht die Erfah­rung, die Wahr­heit, auf die die­se Wor­te hin­wei­sen.

Und wie­der ist es para­dox: der Wunsch zu Spre­chen ist ver­bun­den mit dem Wis­sen, dass das Spre­chen unnö­tig und viel­leicht auch nicht nütz­lich ist. Wenn die Bedeu­tung hin­ter den Wor­ten ver­stan­den wird, ist Spre­chen nicht nötig. Ohne Ver­ste­hen wer­den die Wor­te so leicht zu neu­en Hin­der­nis­sen.

Zwi­schen all dem gibt es eine Ant­wort ohne zu spre­chen. Eine Ant­wort, die der „Sehen­de“ und der „Nicht-Sehen­de“ glei­cher­ma­ßen ver­steht: das Sit­zen in der Stil­le. Medi­ta­ti­on. Kon­tem­pla­ti­on. Zazen.