Paradox.

Mittwoch, 18. Januar 2012

Die­ses Da-sein ist unauf­lös­bar wider­sprüch­lich. Zwei Din­ge, die sich gegen­sei­tig eigent­lich aus­schlie­ßen, sind gleich­zei­tig wahr. In jedem Moment. Und die­ser Wider­spruch scheint nicht nur extrem logisch zu sein, son­dern unaus­weich­li­che Rea­li­tät. Es ist so, als wäre 1+1=1. Oder als wür­de man bei­de Sei­ten einer Mün­ze immer gleich­zei­tig wahr­neh­men.


Die Wahr­heit scheint dar­in zu lie­gen, dass die Tren­nung die­ser bei­den Din­ge nur eine Illu­si­on ist. Das, was unver­ein­bar scheint, ist schon längst und war schon immer Eins.

Form ist Lee­re — Lee­re ist Form.“

Form“ ist die Welt der Unter­schei­dung. Oder ein­fach das, was jede Per­son als Rea­li­tät bezeich­nen wür­de. Es gibt 1000 Din­ge und Kon­zep­te — eines vom ande­ren fein säu­ber­lich getrennt. „Ich“ inter­agie­re in die­ser Welt als eigen­stän­di­ges Wesen mit den ande­ren Objek­ten. „Ich“ habe eine Viel­zahl an Eigen­schaf­ten und eine Geschich­te, die „mich“ zu dem macht, was „ich“ bin: ein­zig­ar­tig.

Lee­re“ ist ein Wort aus der Welt der Form, das auf etwas hin­zu­wei­sen ver­sucht, das zwar erfah­ren, aber kaum (viel­leicht gar­nicht?) kom­mu­ni­ziert wer­den kann. Es weist auf den „Ort“ hin, der an der „Quel­le des Ichs und der Welt“ liegt. Von der „Form“ aus gese­hen gibt es abso­lut nichts über „Lee­re“ zu sagen. Somit scheint sie gar­nicht zu exis­tie­ren. Und doch steckt — sozu­sa­gen — alle „Form“ in der „Lee­re“.

Die­se „zwei Wel­ten“ schei­nen sich gegen­sei­tig aus­zu­schlie­ßen und sind doch immer untrenn­bar Eins. Genau so gibt es gleich­zei­tig das „per­sön­li­che Ich“ und die „Lee­re“, in der „ich bin“ „alles ist“ bedeu­tet.

Wie unbe­hol­fen all‘ die­se Wor­te doch sind… Sie sind alle falsch — und doch rich­tig. Es fühlt sich an, als wol­le man einem Blin­den die Son­ne erklä­ren — ohne die Wor­te „Son­ne“ oder „hell“ benut­zen zu dür­fen.