Alles meins“.

Mittwoch, 7. März 2012

Die­ses „Nichts“, die­se „Stil­le“ oder die­ser „Frie­den“ ent­zieht sich jeder Beschrei­bung und dadurch auch jeder Ein­ord­nung. Es eine „Erfah­rung“ zu nen­nen ist eigent­lich schon zu unge­nau. Es ist das „ich-bin“. Das Sein.


Es gehört also auch nicht zu einer bestimm­ten reli­giö­sen oder spi­ri­tu­el­len Tra­di­ti­on. Es ist weder ein Teil des Zen, des Bud­dhis­mus oder des Chris­ten­tums. Die „Leh­re“ über die­ses „Nichts“ ist auch kei­ne Beson­der­heit bestimm­ter Gurus oder Hei­li­ger. Nie­mand und nichts kann die­se „Stil­le“ für sich bean­spru­chen. Und trotz­dem gibt es immer wie­der die­se Ver­ein­nah­mun­gen.

Heu­te mor­gen habe ich im Auto einen Pod­cast gehört, in dem sich zwei ehe­ma­li­ge Schü­ler von Maha­ri­shi Mahesh Yogi (dem „Erfin­der“ der tran­szen­den­ta­len Medi­ta­ti­on) über ver­schie­de­ne Tra­di­tio­nen unter­hal­ten haben. Bei­de bekräf­tig­ten immer wie­der, wie gut und rich­tig doch die Schu­lung durch ihren Meis­ter im Ver­gleich zu ande­ren war. Wo gibt es die­sen Meis­ter und die­se Schu­lun­gen in der „Stil­le“? Sie ist nicht „gefärbt“. Sie „riecht“ auch nicht auf eine bestimm­te Art und Wei­se.

Lisa Cairns ist gera­de in Tiru­van­na­ma­lai (Indi­en), um Sat­sang zu geben. War­um muss sie dazu an die­sen Ort gehen? Was hat die „Stil­le“ damit zu tun, dass Rama­na Mahar­shi dort gelebt hat? Das ist doch alles ein gro­ßer Zir­kus, der genau die Sicht­wei­sen der „Suchen­den“ ver­stärkt, die von die­sen „Meis­tern“ nach­her als gro­ßes Hin­der­nis dar­ge­stellt wer­den.

Die­se Wor­te hier sind selbst purer Unsinn, weil sie einen Unter­schied zu machen schei­nen zwi­schen Din­gen, die „gut“ sind, und ande­ren, die „schlecht“ sind. Aus die­ser Dua­li­tät kann sich die Spra­che nicht lösen. Gedan­ken funk­tio­nie­ren nicht anders. Woher kommt also die­ses Wis­sen um die „Stil­le“ und die abso­lu­te Sicher­heit, mit der das alles gewusst wird?

Woher weisst Du, dass Du exis­tierst? Ist das eine intel­lek­tu­el­le Schluss­fol­ge­rung? „Ich den­ke, also bin ich“? Oder ist Dir auch ohne einen Gedan­ken klar, dass Du jetzt gera­de da bist? Musst Du das über­haupt nach­se­hen? Könn­te es irgend­et­was geben, dass Dich an Dei­ner Ein­schät­zung zwei­feln lies­se? Wie soll­te das auch gehen?!

Die­sel­be Sicher­heit, mit der Du um Dei­ne Exis­tenz weisst, ist auch die, mit der um die „Stil­le“ gewusst wird. Damit mei­ne ich nicht nur die glei­che Art der Sicher­heit, son­dern wirk­lich die­sel­be. Denn das „Objekt des Wis­sens“ ist auch das­sel­be: „Du“ und „Stil­le“ sind nicht zwei ver­schie­de­ne Din­ge.