Anfänger.

Dienstag, 6. Dezember 2011

Heu­te saß ich bei Arzt und muss­te war­ten. Es war nichts Ande­res zu tun (die Zeit­schrif­ten­aus­wahl war schreck­lich), da habe ich ein­fach kurz medi­tiert — wenn man das so nen­nen kann. Eigent­lich habe ich das schon immer so gemacht: wenn ich in einer Schlan­ge ste­he, oder an der Ampel war­te, oder im Stau ste­he. Es ist ein „Ein­fach-da-sein“. Viel­leicht tau­chen Gedan­ken auf, aber man beach­tet sie gar­nicht. Alles ist da so wie immer: Geräu­sche, Gerüch­te, Stim­men, … Und doch ist es so, als wür­de man das alles auf ein­mal nur an sich vor­bei­zie­hen sehen. Wie durch das Fens­ter eines Zuges. Man selbst ist völ­lig unbe­wegt, aber alles ande­re bewegt sich.


Es kön­nen nur zwei, drei Minu­ten ver­gan­gen sein, bis die Tür sich öff­ne­te und der Dok­tor her­ein kam. Aber ich war weit, weit weg und brauch­te einen klei­nen Moment zurück zu kom­men. War ich weg? Eigent­lich war ich ganz da. Oder bes­ser: es gab nur Da-sein. Und das ist nicht ein Zustand, den man irgend­wie her­bei­führt. Das ist kein Ergeb­nis der Medi­tia­ti­on. Die­ses Da-sein ist immer da. Abso­lut immer. Und es ist immer „klar“ — selbst, wenn man ein Glas zu viel getrun­ken hat.

Wenn einem die­ses Da-sein noch nicht auf­ge­fal­len ist, kann die Medi­ta­ti­on wahr­schein­lich hel­fen es zu bemer­ken. Denn ist ist das, was übrig bleibt, wenn alles ande­re zu „Nichts“ wird. Was komisch ist: es ist über­haupt nicht wie ein Zustand, der immer mal wie­der erreicht wird. Es gibt kein Wie­der­erken­nen, auch kein bes­se­res Erken­nen. Man kann es nicht ver­bes­sern oder ver­schlech­tern. Es ist auch nie nicht da. Aber die­ses Da-sein ist immer ganz frisch. Als wenn es gera­de neu wäre. Es ist in jedem Moment so, als hät­te man es gera­de erst ent­deckt.

Es gibt weder Meis­ter, noch Gurus. Nur Anfän­ger.