Zwiegespräch.

Freitag, 2. Dezember 2011

Die­se Wor­te hier sind eine digi­ta­le Reprä­sen­ta­ti­on der Zei­chen, die mei­ne Fin­ger fleis­sig auf der Tas­ta­tur anschla­gen. Mei­ne Fin­ger füh­ren aus, was ich mir in Gedan­ken zurecht gelegt habe. Die Wor­te und Sät­ze wer­den vor­her über­legt, viel­leicht wer­den ver­schie­de­ne Vari­an­ten mit­ein­an­der ver­gli­chen, aber in jedem Fall sind sie das Ergeb­nis mei­ner Gedan­ken. Das hier ist sozu­sa­gen eine geord­ne­te Mit­schrift eines inne­ren Gesprächs.


Genau genom­men ist das inne­re Gespräch natür­lich ein Mono­log. Nach den Regeln der Spra­che wer­den Wahr­neh­mun­gen qua­li­fi­ziert, Hypo­the­sen auf­ge­stellt, Argu­men­ta­ti­ons­ket­ten gebil­det und all­zu häu­fig auch ein­fach nur gequas­selt. Doch da ist mehr als das.

Denn all das pas­siert in die­ser Stil­le, die ich bin. Die Wor­te, alle Gedan­ken wer­den in die­ser Stil­le wahr­ge­nom­men — aber die Stil­le ist nicht die Wor­te und Gedan­ken. Mein gan­zes Den­ken hat kei­ne Ahnung von die­ser Stil­le, hat nicht ein­mal pas­sen­de Wor­te, um die­se „Stil­le“ zu beschrei­ben. Und doch ent­ste­hen auch die­se Wor­te gera­de aus der Stil­le. Aus der Stil­le — nicht aus dem Den­ken. Wie kann das sein?

Wie kann das sein?“ Die­se Fra­ge scheint nicht aus der Stil­le zu kom­men. Denn da sind kei­ne Fra­gen. Gleich­zei­tig ist sie Teil der Stil­le. So wie alles.

Im Den­ken gibt es immer wie­der den Ver­such das alles zu erklä­ren. Doch wie soll man erklä­ren, was sich nicht in Wor­te fas­sen lässt? Und wie­so soll­te man etwas erklä­ren, was so offen­sicht­lich ist? In der Stil­le gibt es die­se Fra­gen nicht. Kei­ne Erklä­rungs­ver­su­che. Kein Wis­sen. Und doch ist die Stil­le rei­nes Wis­sen. Jen­seits aller Erklä­run­gen. Da ist ein­fach nur das hier…