Aufmerksamkeit.

Dienstag, 11. November 2014

Die Auf­merk­sam­keit scheint immer nur an einem Ort sein zu kön­nen. Wenn ich Musik höre, ist das Gefühl von Trau­rig­keit ver­ges­sen. Wäh­rend ich die­se Zei­len tip­pe, ver­ges­se ich mei­ne kal­ten Füs­se. Und wäh­rend ich die kal­ten Füs­se spü­re, ist mir das Ein- und Aus­at­men nicht bewusst.

Es scheint klar zu sein, dass die Auf­merk­sam­keit zwi­schen ver­schie­de­nen Din­gen, die gera­de par­al­lel exis­tie­ren, hin und her springt. Die Annah­me ist, dass das alles gleich­zei­tig vor­han­den ist, aber immer nur ein Ding bewusst wahr­ge­nom­men wird. So wie in einem dunk­len Raum immer nur das gese­hen wird, was gera­de im Licht­ke­gel der Taschen­lam­pe erscheint.

Aber ist das wirk­lich so? Kann man wirk­lich wis­sen, ob die Din­ge außer­halb der jet­zi­gen Wahr­neh­mung exis­tie­ren? Exis­tiert Paris, wäh­rend ich in Ber­lin bin? Exis­tiert Ber­lin, wäh­rend ich in Ber­lin bin? Exis­tie­ren mei­ne Füs­se, wäh­rend ich mich auf die Hän­de kon­zen­trie­re?

Und über­haupt: stimmt es, dass ich die Auf­merk­sam­keit steue­re? Dass ich bestim­me, wel­ches Ding gera­de im Focus mei­nes Gewahr­sein-Licht­ke­gels ist? Was geschieht dann, wenn ich die­sen Kegel auf mich selbst rich­te? Nicht auf den Kör­per, nicht auf die Gedan­ken oder Gefüh­le, son­dern auf den „Steu­er­mann“ der Auf­merk­sam­keit. Was geschieht, wenn sich die Auf­merk­sam­keit auf ihren Ursprung rich­tet?