Brillensuche.

Dienstag, 12. Juli 2011

Kennst Du das auch? Du kannst Dei­ne Bril­le nir­gend­wo fin­den, hast über­all schon zwei Mal geguckt, aber sie bleibt wie vom Erd­bo­den ver­schluckt. Irgend­wann stellst Du dann fest, dass Du sie die gan­ze Zeit auf der Nase hat­test. Genau so ist das auch mit der „Erleuch­tung“.


Wenn Du merkst, dass die Bril­le gar nicht weg war, fällt Dir auch auf, wie unnütz die gan­ze Suche war. Du hät­test über­all und nir­gends suchen kön­nen und hät­test sie doch nir­gend­wo gefun­den. Die Bril­le war ja nie­mals weg. Hat Dir die Suche über­haupt beim „Fin­den“ der Bril­le gehol­fen?

Wie sehr hät­te es Dir gehol­fen, wenn ein ande­rer Bril­len­trä­ger Dir erzählt hät­te, wo er beim letz­ten Mal gesucht hat, bevor er die Bril­le auf sei­ner Nase fand? „Ich hab‘ zuerst an der Gar­de­ro­be geguckt, aber da war sie nicht. Dann in der Küche, auf dem Wohn­zim­mer­tisch. Dann wie­der an der Gar­de­ro­be. Plötz­lich habe ich gemerkt, dass ich sie die gan­ze Zeit auf habe!“ Hät­test Du Dei­ne Bril­le fin­den kön­nen, wenn Du sei­ne Suche nach­ge­macht hät­test?

Du kannst noch so vie­le Bücher über „Bril­len­su­che“ lesen, Vide­os gucken von Leu­ten, die ihre Bril­le schon gefun­den haben, oder zu Mee­tings gehen, wo ande­re erzäh­len, dass Du Dei­ne Bril­le nie ver­lo­ren hast — Du wirst Dei­ne Bril­le nur fin­den, wenn Du selbst nach­guckst. Du wirst wahr­schein­lich auch nicht ver­ste­hen, wor­auf die ande­ren die gan­ze Zeit zei­gen. „Da! Aber da ist sie doch! Sie ist gar nicht weg.“

Ob Du Dei­ne Bril­le „fin­dest“ oder nicht macht kei­nen Unter­schied. Du hast sie ja auf — egal, ob Du das bemerkst oder nicht. Genau so bist Du schon DAS nach dem Du suchst. ES war nie weg und kann daher nicht gefun­den wer­den. Du bist ES schon. Jetzt. Hier. Du über­siehst ES nur. ES ist genau­so sim­pel und offen­sicht­lich, wie die Bril­le auf Dei­ner Nase.