Das Glas.

Donnerstag, 11. August 2011

Seit Bent­in­ho Mas­s­a­ro in einem sei­ner Vide­os das Bei­spiel mit dem Glas gebracht hat, lässt mich das nicht mehr los. Aber wenn man selbst nach­sieht, kommt man zu dem glei­chen Schluss: da ist gar nichts aus­ser Wahr­neh­mung.


Man geht ja im All­ge­mei­nen davon aus, dass es eine „Welt da draus­sen“ gibt. Mit Gegen­stän­den, die unab­hän­gig von uns exis­tie­ren. Das Dum­me ist nur: dafür gibt es eigent­lich kei­nen Beweis. Exis­tiert das Glas vor mir? Ich kann es da ste­hen sehen, also muss es ja exis­tie­ren. Nur… was ich sehe, mei­ne Wahr­neh­mung, ist ja nicht das Glas selbst. Es ist nur ein Bild — nicht das Glas. Mit allen Sin­nen lau­fe ich vor die glei­che Wand. Ich kann es zwar füh­len, viel­leicht sogar hören, rie­chen oder schme­cken. Aber all‘ das sind nur die Wahr­neh­mun­gen mei­ner Sin­ne — nicht das Glas selbst. Mein Kopf baut das natür­lich zu einem Kon­zept zusam­men: „da draus­sen“ muss es etwas geben (das Glas), das die­se gan­zen Wahr­neh­mun­gen aus­löst. Aber… selbst das ist nur ein Gedan­ke, und nicht das Glas an sich. Für mich exis­tiert also gar kein Glas — da sind nur die Wahr­neh­mun­gen mei­ner Sin­ne.

Ja, ja… ich weiss: „aber natür­lich exis­tiert das Glas! War­te, ich komm ‚rüber und bewei­se es Dir.“ Aha. Wie denn? In dem Du mir Dei­ne Sin­nes­ein­drü­cke schil­derst? Selbst wenn Du auf dop­pelt so vie­le Sin­nes­quel­len wie ich zurück­grei­fen könn­test: es wür­de nichts dar­an ändern, dass Du nur die Inhal­te Dei­ner Sin­ne wahr­nimmst — aber nicht das Glas an sich.

Wir spin­nen das mal wei­ter: Du hast geträumt, dass Du in einer Bar sitzt und auf irgend­wen war­test. Das Glas vor Dir auf dem Tre­sen… konn­test Du das nicht auch sehen und füh­len? Und glaubst Du, dass die­ses Sehen und Füh­len auch einen rea­len Gegen­stand als Ursa­che hat­te? Klar, das war alles ja nur ein Traum — sagst Du nach­her. Aber im Traum war das Glas doch genau­so real (für Dich) wie das, was jetzt viel­leicht vor Dir steht. Oder nicht?

Auch im Traum ste­hen Dir nur Dei­ne Sin­ne als Infor­ma­ti­ons­quel­len zur Ver­fü­gung. Nur… hast Du wirk­lich mit Dei­ner Hand das Glas gefühlt? Eigent­lich war da nur rei­ne Wahr­neh­mung. Kein Glas. Kei­ne Hand. Will­kom­men in der Matrix. Und damit mei­ne ich nicht nur den Traum…