Ein Moment Frieden.

Mittwoch, 28. März 2012

Das Den­ken ist fies. Es tut so harm­los und kennt doch alle Tricks. Wenn es nur die kleins­te Mög­lich­keit sieht sich wich­tig zu machen, ist es schon da und ver­sucht sei­nen Keil irgend­wo anzu­set­zen.


Auch im ruhi­gen Geist schleicht es auf Samt­pfo­ten um die Ecken. Es ver­sucht mög­lichst unbe­merkt den ers­ten Kom­men­tar zu dem Erleb­ten unter­zu­brin­gen. Mit einer fei­nen Schicht nach der ande­ren ver­sucht es die Auf­merk­sam­keit wie­der auf sei­ne Sei­te zu bekom­men. Es wiegt in Sicher­heit und schmei­chelt, ver­tuscht und ver­steckt. Bis es wie­der Herr im Hau­se ist.

Und das alles geht so schnell und ist so sub­til, dass man wirk­lich höl­lisch auf­pas­sen muss. Selbst im „Erle­ben des Nichts“ ist das Den­ken am Werk. Ganz lei­se schleust es Gedan­ken ein wie „Was für ein Geschenk!“. Dar­aus wird dann schnell „ein Geschenk an mich“ und dar­aus die Unter­schei­dung von Beschenk­ten und Nicht-Beschenk­ten. Beschenkt zu sein ist natür­lich gut, „ich“ unter­schei­de mich dadurch von den Ande­ren und… das dua­lis­ti­sche Den­ken hat wie­der die Ober­hand. Es ist wirk­lich fas­zi­nie­rent, wie das Den­ken alles, wirk­lich alles, für sei­ne Zwe­cke nutzt. Und wie unbe­merkt und sub­til es vor­geht.

Dabei ist das Den­ken nicht schlecht. Und es han­delt auch nicht bewusst, oder mit einer Absicht. Es ist ein­fach ein Räd­chen in die­ser rie­si­gen Maschi­ne des Lebens. Es gibt kei­nen Grund es zu ver­teu­feln. Auch wenn selbst das kei­nen Unter­schied macht… Aber: das unter­schei­den­de Den­ken bringt das Gefühl von Getrennt-sein in die Welt. Es sperrt „mich“ in einen Kör­per ein. Es erzeugt das Bild von „mir hier drin­nen“ und „der Welt da draus­sen“. Und es setzt sich selbst auf den Thron — in der selbst erzeug­ten Illu­si­on.

Wenn Du nur einen Moment nicht auf Dei­ne Gedan­ken hörst, ist der Spuk sofort vor­bei. Len­ke Dei­ne Auf­merk­sam­keit nur für einen Moment weg von den Gedan­ken und auf all‘ das ande­re: das rei­ne Sehen, das rei­ne Hören, das rei­ne Füh­len, das rei­ne Da-sein. Ohne irgend­et­was zu benen­nen, zu bewer­ten, ein­zu­ord­nen, zu ana­ly­sie­ren, zu wol­len… was ist dann? Was geschieht in dem Moment? Ist irgend­et­was dann nicht in Ord­nung? Gibt es irgend­wel­che Pro­ble­me, Wün­sche, Ärger, …? Bist „Du“ über­haupt da in dem Moment? Wenn Du wirk­lich nicht auf Dei­ne Gedan­ken hörst?

Die­ser Moment Frie­den ist das, was eigent­lich ist. Dein und mein wah­res Wesen. Es ist nicht nur vor und nach jedem Gedan­ken da, son­dern auch wäh­rend und ohne Gedan­ken. Die­ser eine Moment Frie­den ist alles, was zu fin­den ist. Wenn er gefun­den wird, ist die Suche zuen­de.