Eindrücke.

Sonntag, 25. März 2012

Ein­fach sit­zen und fest­stel­len, dass nie­mand da ist, der sitzt. Da ist das Gefühl von Son­ne auf der Haut, die Stim­men der Men­schen, die Bewe­gung des Was­sers… aber es gibt nie­man­den, der spürt, hört oder sieht. Alles IST ein­fach. Mehr nicht. Aber auch nicht weni­ger.


Es liegt eine wun­der­ba­re Schön­heit in dem Moment des Nicht-Da-Seins. In dem selbst das Erken­nen der eige­nen Abwe­sen­heit nicht dazu führt, dass es doch jeman­den gibt, der das gera­de wahr­nimmt. Da ist ein­fach nur die­ses ewi­ge Spiel…

Auch das Spiel der Wel­len an der Schei­be ist ein­fach da, ohne es erklä­ren zu müs­sen. Könn­te man berech­nen, wann sich jeder ein­zel­ne Punkt der Wel­len­li­nie um wel­chen Wert genau hebt oder senkt? Abhän­gig von Wind, den Bewe­gun­gen der Tie­re und der Mög­lich­keit, dass etwas ins Was­ser fällt und wei­te­re Wel­len erzeugt? Müss­te die­ses Rechen­mo­dell nicht so vie­le Fak­to­ren berück­sich­ti­gen, dass die Berech­nung ein­fach kei­nen Sinn macht? Und doch hebt und senkt sich die Wel­len­li­nie in jedem Moment unbe­irrt wei­ter. Wer bewegt die­se Linie?

Da ist ein klei­ner Mann mit Hut am Affen­kä­fig, der eine Tasche vol­ler Affen­bü­cher und -bil­der bei sich hat. Ein Orang-Utan scheint sogar auf­merk­sam die ihm hin­ge­hal­te­nen Fotos zu stu­die­ren, wäh­rend der Mann mit lei­ser Stim­me spricht. Die ande­ren Zoo­be­su­cher sind erst inter­es­siert, wen­den sich dann aber schnell ab. Der Affen­mann ist ganz in sei­ner Welt ver­sun­ken. Er will gar­nichts erklä­ren. Er braucht auch kei­ne Auf­merk­sam­keit. Er ist ein­fach nur da mit sei­nen Affen. Unter­schei­det sich sei­ne „Ver­zü­ckung“ irgend­wie von mei­ner? Ist es nicht ver-rückt so selbst-ver­ges­sen ein­fach nur zu-frie­den zu sein?

Der Frie­den liegt nicht in den Hand­lun­gen und auch nicht in dem, was sonst geschieht. „Da draus­sen“ kann es kei­nen Frie­den geben, so lan­ge es ein „da draus­sen“ für jeman­den gibt. Nicht-sein im Alles ist Frie­den. Lee­re in der Form und Form in der Lee­re sein ist Frie­den. Ist wär­men­de, fried­li­che Stil­le…