Gassho-Momente.

Dienstag, 12. März 2013

Oft fin­de ich mich tief berührt und dank­bar wie­der. Ich habe dann das Bedürf­nis mei­ne Hän­de zum Gas­sho zu heben — eine Ges­te aus dem Zen. Doch was ist es, das mich da so berührt? Es ist nicht so leicht aus­zu­ma­chen, denn die Situa­tio­nen kön­nen sehr unter­schied­lich sein.

Vor­hin war es eine Doku­men­ta­ti­on über einen Aus­tra­li­er, der mit drei Pfer­den und einem Hund von der Mon­go­lei bis nach Ungarn gereist ist. Kurz vor dem Ziel hat er noch ein­mal beschrie­ben, wie eng ver­bun­den er sich sei­nen Tie­ren fühlt — und dem Leben in der Natur. Die Pfer­de muss­te er zurück las­sen, aber den Hund hat er nach eini­ger Zeit zu sich holen kön­nen.

Davor war es ein Inter­net­vi­deo über einen behin­der­ten Jun­gen, des­sen Lei­den­schaft Bas­ket­ball ist. Beim letz­ten Spiel der Sai­son, hat ihn der Trai­ner sei­ner Mann­schaft nicht nur das Tri­kot anzie­hen las­sen, er durf­te auch für die letz­ten Minu­ten mit­spie­len. Sein Team hat ihm jeden Ball zuge­wor­fen, aber er konn­te nicht einen Korb machen. Kurz vor Schluss hat­te das ande­re Team einen Ein­wurf, der geg­ne­ri­sche Spie­ler ruft den Namen des Jun­gen, wirft ihm den Ball zu, und er wirft in den letz­ten Sekun­den des Spiels einen Korb.

Geht es ein­fach nur dar­um, dass ich die­se Momen­te so mit­füh­len kann? Sit­ze ich einer guten Insze­nie­rung auf? Oder ist da mehr als Empa­thie?

Ich glau­be, es ist mehr als nur eine Vor­stel­lung davon zu haben, was die­se ande­ren Men­schen gera­de füh­len müs­sen und dar­an teil­zu­ha­ben. Da ist nicht deren Gefühl auf der einen Sei­te und mein Gefühl auf der ande­ren, das die­ses qua­si kopiert. Es ist das Erken­nen eines beson­de­ren Gefühls — falls man das über­haupt so nen­nen kann. Es ist die­ses Ver­schmel­zen, die­se Auf­he­bung von Getrennt­sein. Das Eins-Sein. Die Abwe­sen­heit einer tren­nen­den Ego-Vor­stel­lung. Es ist wie an einem Moment des Erwa­chens teil­zu­ha­ben. Ein Auf­blit­zen der Wahr­heit, das in mir so gro­ße Dank­bar­keit aus­löst.