Identifikation?

Freitag, 8. Februar 2013

In den Dia­lo­gen geht es immer wie­der um die Iden­ti­fi­ka­ti­on mit dem Kör­per, den Gedan­ken oder Gefüh­len. Es scheint Pha­sen zu geben, in denen sie stär­ker ist und auch Momen­te ohne. Mir fällt es immer schwe­rer das nach­zu­voll­zie­hen.

Genau genom­men weiß ich nicht (mehr) was das über­haupt sein soll. Wie iden­ti­fi­ziert man sich mit den Gedan­ken? Braucht es dazu ein Ich, das sich dann iden­ti­fi­ziert? Oder ent­steht das Ich nicht erst durch Iden­ti­fi­ka­ti­on? Ich habe ver­sucht mich mit den Gedan­ken zu iden­ti­fi­zie­ren — aber ich weiß wirk­lich nicht, wie das gehen soll… Wie macht man das: „sich iden­ti­fi­zie­ren“?

Jeden­falls scheint Iden­ti­fi­ka­ti­on damit zu tun zu haben, das ein Teil der Wahr­neh­mung mehr „ich“ zu sein scheint als ein ande­rer. Aber das ist doch wie Gespens­ter sehen, wo nur ein paar Klei­dungs­stü­cke in der Ecke lie­gen. Natür­lich kann ich nach­voll­zie­hen, was mit Gespens­tern in dem Fall gemeint ist. Da ist ja etwas, auf das sich das Wort bezieht. Und ich kann das Spiel auch mit­ma­chen — wohl wis­send, dass es kei­ne Gespens­ter gibt.

So ist es ja auch mit dem Ich. Da ist schon etwas, auf das sich die­ses Wort bezieht — je nach Anwen­dung. Es gibt einen Kör­per, Gedan­ken und auch Gefüh­le. Aber ich erken­ne kei­nen Unter­schied zu all den ande­ren Wahr­neh­mun­gen, die jetzt gera­de da sind. War­um iden­ti­fi­ziert sich nie­mand mit dem Licht­schal­ter? Oder Schu­hen? Dem Wet­ter viel­leicht? Oder einer Erkäl­tung? Was auch immer gera­de da sein mag.

Alles, was ich vor­fin­de, ist alles. Das hier. Was auch immer das gera­de sein mag. Wenn ich etwas bin, bin ich das alles. Ist das eine Iden­ti­fi­ka­ti­on? Ich habe kei­ne Ahnung.