Jenseits von Subjekt und Objekt.

Donnerstag, 2. Juni 2011

Die Unter­schei­dung von Wahr­neh­men­den und Wahr­ge­nom­me­nen, von Sub­jekt und Objekt, ist sehr theo­re­tisch. Um nicht zu sagen: falsch.


Was gibt es da zu unter­schei­den? Kann der Wahr­neh­men­de da sein ohne etwas, das wahr­ge­nom­men wer­den kann? Was wür­de ihn dann zu einem Wahr­neh­men­den machen? Umge­kehrt genau­so. Man kann bei­de Din­ge nicht von­ein­an­der tren­nen. Sie sind zwei Sei­ten einer Medail­le.

Es gibt nur die Wahr­neh­mung. Das Sein. Genau das, was wir eigent­lich mit „Ich“ mei­nen. Ist Dir schon auf­ge­fal­len, was das bedeu­tet? Wir haben alle Objek­te, alle Wahr­neh­mun­gen, zurück­ge­wie­sen als „das bin nicht Ich“ — auf der Suche nach dem, der sie wahr­nimmt. Die­se Objek­te und der Wahr­neh­men­de sind aber untrenn­bar eins. Du bist untrenn­bar eins mit allem. Es gibt nicht Dich, der vor dem Moni­tor sitzt, und den Moni­tor, der etwas anzeigt. Du bist das, was auf dem Moni­tor steht. Und der Moni­tor selbst. Du bist die Wor­te, die sich beim Lesen in Dei­nem Kopf for­men (stimmt das eigent­lich: pas­siert das im Kopf?). Und wenn es da über­haupt nichts zu unter­schei­den gibt, kein hier und da, kein vor­her und nach­her, kein Du und Ich… Wenn alles einst ist… alles ist DAS… Was gibt es da zu suchen, zu fin­den, zu errei­chen?

Was immer Du suchst: Du bist es schon. „Erleuch­tung“ oder „Nir­va­na“ sind nur Wor­te. Da ist nichts, was man errei­chen könn­te. Schon gar nicht in der Zukunft. Was musst Du machen, um Du zu sein? Und wenn Du das nicht machst: bist Du dann nicht mehr Du? Wie weit musst Du gehen, um bei Dir zu sein? Selbst wenn Du ganz weit weg rennst: bist Du dann nicht auch da? Wie lan­ge musst Du war­ten, bis Du end­lich Du bist?