Nichts erwarten.

Samstag, 4. Juni 2011

Immer ist irgend­was zu tun. Immer muss irgend­was pas­sie­ren, oder anders sein als es ist. Bei gutem Wet­ter fehlt der Regen und im Win­ter freut man sich schon wie­der auf den Som­mer. Aber genau so wie ist jetzt gera­de ist, scheint es nie gut zu sein.


Was pas­siert denn, wenn Du das alles ein­fach mal weg­lässt? Wenn Du ein­fach mal für einen Moment (oder 2–5 Sekun­den wie Bent­in­ho sagt) mit Dei­nen Gedan­ken nicht in die Ver­gan­gen­heit wan­derst und auch nicht in die Zukunft pro­ji­zierst. Wenn Du für einen Moment nur guckst, was jetzt gera­de ist — ohne zu beur­tei­len, ohne zu kate­go­ri­sie­ren, ohne etwas ändern zu wol­len. Ein­fach nur gucken. Da sein. Für einen Moment.

Viel­leicht sitzt Du gera­de auf dem Rasen in der Son­ne. Und viel­leicht müss­te der mal wie­der geschnit­ten wer­den — aber nicht jetzt. Für einen Moment darf er ein­fach so sein wie er ist. Viel­leicht läuft eine klei­ne Amei­se über Dei­nen Fuß und Du willst sie weg­wi­schen. Laß‘ sie doch ein­fach für die­sen Moment krab­beln und gucke ein­fach nur, was sie macht. Dir fal­len sicher auch 1000 Din­ge ein, die Du gleich noch erle­di­gen musst. Das kannst Du ja auch — gleich. Aber jetzt, nur jetzt, sitzt Du ein­fach nur da. Für einen Moment darf alles genau so sein, wie es gera­de ist.

Merkst Du, wie per­fekt die­ser Moment ist? Die­ser Frie­den über­all! Ruhe, Gelas­sen­heit. Nichts ist falsch, nichts ist rich­tig. Alles ist ein­fach nur. Fehlt etwas in die­sem Moment? Ist etwas zu viel? Oder ist nicht ein­fach alles gut? Und ist es nicht genau die­ser Frie­den in die­sem Moment, den Du Dir durch die Erle­di­gung der 1000 Din­ge erhoffst? Musst Du dafür wirk­lich erst alles erle­digt haben?