Jetzt.

Dienstag, 4. Oktober 2011

Wann ist „jetzt“ vor­bei? Ist jetzt nicht auch jetzt? War es „vor­hin“ nicht auch schon jetzt? Hast Du jemals etwas ande­res als „jetzt“ erlebt? Ist es über­haupt mög­lich etwas ande­res als „jetzt“ zu erle­ben?


Die „Ver­gan­gen­heit“ ist ein Gedan­ke, den ich im Jetzt habe. „Jetzt“ ist es 21:29 Uhr und „vor­hin“ war es 21:28 Uhr. Ich kann mich gut dar­an erin­nern, dass die­se Zah­len unten rechts auf mei­nem Bild­schirm stan­den. Aber die­se Erin­ne­rung geschieht jetzt. „21:28 Uhr“ exis­tiert nur als Gedan­ke. Und der Gedan­ke ist nicht die Ver­gan­gen­heit an sich, son­dern ein­fach nur der Inhalt mei­ner Gedan­ken. Jetzt.

Natür­lich habe ich gelernt, dass nach den Regeln der Mathe­ma­tik vor der 29 die 28 kom­men muss. Es ist also ganz logisch zu schlies­sen, dass es vor „21:29 Uhr“ ein „21:28 Uhr“ gege­ben haben muss. Das pas­siert ja auch jede Minu­te. Doch das „Jetzt“ hat sich nicht ver­än­dert. Seit ich ange­fan­gen habe zu schrei­ben ist es „jetzt“. Egal was die Uhr anzeigt. Es ist und bleibt immer jetzt.

Eine Flie­ge summt vor­bei — und ist schon wie­der nur Erin­ne­rung. Alles taucht auf, nur um sofort wie­der zu ver­ge­hen. Ein Gedan­ke kommt, Wor­te wer­den geschrie­ben, Stil­le, Wor­te wer­den gele­sen, ein Gedan­ke kommt. Wann genau pas­siert das? Wann genau exis­tiert ein Gedan­ke? Er kommt aus dem Nichts und ist sofort wie­der im Nichts ver­schwun­den. Jedes Wort, jede Sil­be, jeder Buch­sta­be… Alles ist jetzt da und scheint doch nicht wirk­lich zu exis­tie­ren.

Immer noch ach­te ich dar­auf, wann „jetzt“ vor­bei ist. Habe ich nicht „jetzt“ ange­fan­gen die­sen Arti­kel zu schrei­ben? Gab es seit dem ein neu­es „jetzt“? Wo ist das „Anfan­gen die­sen Arti­kel zu schrei­ben“? Ein Gedan­ke, dem ich das Eti­kett „Ver­gan­gen­heit“ gebe. „21:51 Uhr“. Immer noch „jetzt“.