Wilde Affen.

Freitag, 23. September 2011

In mei­nem Kopf haust ein wil­der Affe. Eine Zeit lang war er gut abge­lenkt, hat sich ruhig in eine Ecke ver­kro­chen. Fast hät­te ich schon gedacht er wäre nicht mehr da. Aber er ist da, macht einen rie­sen Lärm, will alles anfas­sen und unter­su­chen und rap­pelt unru­hig an sei­nen Git­ter­stä­ben.


Seit zwei, oder viel­leicht sogar schon drei Wochen wird in mei­nem Kopf die Welt erklärt. Alles muss einen Grund haben und Sinn machen. Es wird gemes­sen, gewo­gen und ver­gli­chen. „Gibt es Mate­rie aus­ser­halb von Bewusst­sein? Oder ent­steht Bewusst­sein erst durch kom­plex ver­wo­be­ner Mate­rie?“ Das gan­ze Leben, die gan­ze Welt, das gan­ze Uni­ver­sum muss erklärt und ver­stan­den wer­den. Doch das ein­zi­ge Ergeb­nis, das ich beob­ach­ten kann, ist: Anstren­gung. Jeder Scheiß muss ins Bild pas­sen, alles muss bis zur Unkennt­lich­keit über­dacht wer­den.

Dabei ändert das alles über­haupt nichts. Es ist völ­lig egal, ob eine Erklä­rung, ein Sinn gefun­den wird — oder nicht. Ich muss nicht erklä­ren, was pas­siert, damit es pas­siert. Es ist schon da. Genau so, wie es ist. Völ­lig unbe­ein­druckt davon, ob es in mei­nem Kopf einen Sinn ergibt.