Klick.

Sonntag, 1. April 2012

Was gera­de noch Form, Far­be, Name und Kate­go­rie hat­te ist plötz­lich ein­fach nur da. Was gera­de noch eine Bewe­gung von hier­hin nach dort­hin war, wird zu abso­lu­tem Still­stand. Zeit und Ort sind ver­schwun­den. Es ist wie das Ein­tau­chen in eine ande­re Welt: unter der Was­ser­ober­flä­che ist plötz­lich alles still und anders. Und doch ist alles unver­än­dert.


Es ist nichts Neu­es pas­siert, son­dern etwas weg gefal­len: die Unter­schei­dung. Da sind immer noch die glei­chen „Din­ge“ wie gera­de noch: ein Bücher­re­gal vol­ler Bücher, ein Stuhl davor… das visu­el­le Bild hat sich nicht ver­än­dert. Aber da ist kein Bücher­re­gal mehr, kei­ne Bücher und kein Stuhl. Die­se Bezeich­nun­gen sind ein­fach weg­ge­fal­len. Da ist nichts mehr, aus­ser die­ser fried­li­chen Stil­le.

Klick.

Vor mir ist ein Bücher­re­gal vol­ler Bücher und ein Stuhl. Ich suche nach dem Buch einer bestimm­ten Schrift­stel­le­rin, das vor kur­zem erschie­nen ist. Über „allem was ist“ liegt wie­der die­ser Vor­hang der Begrif­fe und Kate­go­ri­en.

In letz­ter Zeit macht es häu­fig „Klick.“ Was da pas­siert, ist aber kein Umschal­ten, Abschal­ten oder eine Voll­brem­sung des Lebens. Form und Lee­re sind die bei­den Sei­ten der glei­chen Medail­le. Manch­mal rückt eine Sei­te mehr in den Vor­der­grund — ohne die ande­re dadurch wirk­lich zu ver­de­cken.