Kontrolle.

Montag, 7. März 2011

Kon­trol­le ist eine Illu­si­on. Es gibt nie­man­den, der etwas kon­trol­lie­ren könn­te. Auch, wenn es für die Per­son anders erscheint. Was kann „ich“ denn schon wirk­lich kon­trol­lie­ren?


Die Annah­me von Kon­trol­le setzt vor­aus, dass „ich“ etwas Wesent­li­ches dazu bei­getra­gen habe, dass sich Zustand A in Zustand B ver­än­dert hat. Jetzt gera­de schei­ne „ich“ „mei­nen“ Kör­per zu kon­trol­lie­ren, um die­sen Text hier zu schrei­ben. Vor­her gab es kei­nen Text, ich woll­te einen Text und jetzt ist er da. Das war also anschei­nend alles inner­halb mei­ner Kon­trol­le. Dabei haben so vie­le Umstän­de zu die­sem Ergeb­nis geführt, die ich über­haupt nicht beein­flus­sen konn­te. Das fängt mit den Gedan­ken an, die die­se Zei­len for­men, und unkon­trol­liert im Gewahr­sein auf­tau­chen. Das ist der Wunsch die­sen Text zu schrei­ben, der erst durch das Gespräch mit einem Freund auf­kam.

Die Kon­trol­le scheint sich dar­auf zu beschrän­ken, dass mei­ne Fin­ger „kon­trol­liert“ die Tas­ten drü­cken, die zu den Wör­tern mei­ner Gedan­ken gehö­ren. Also den Gedan­ken, die spon­tan und unkon­trol­liert auf­tau­chen. Wo ist da die Kon­trol­le? Und je grö­ßer man den Kreis der Ein­fluss­fak­to­ren wählt, je län­ger man die Kau­sal­ket­te ver­folgt, die zu die­sem Text geführt hat, des­to deut­lich wird die Illu­si­on. Die­ser Text wird im Inter­net ver­öf­fent­licht — habe ich das Inter­net erfun­den? Habe ich den Lap­top erfun­den? Genau genom­men rei­chen die Vor­aus­set­zun­gen / Bedin­gun­gen für die­sen Text zurück bis zum Urknall.