Mu.

Dienstag, 14. Februar 2012

Vor vie­len Jah­ren habe ich mich schon ein­mal mit Mu beschäf­tigt. Ich hat­te das Koan in „Die drei Pfei­ler des Zen“ gele­sen, glau­be ich. Bei einem Spa­zier­gang ließ es mich nicht mehr los. Ich weiß noch, daß ich nach­voll­zie­hen konn­te, was mit der ver­schluck­ten „glü­hen­den Kugel“ gemeint ist. Damals gab es in der „Lösung“ eini­ge Stun­den nur noch Lie­be.


Seit Sonn­tag läßt mich Mu nicht in Ruhe. Ich habe es nicht als Auf­ga­be gestellt bekom­men. Auch wenn klar zu sein scheint, daß Mu immer das ers­te Koan ist. Aber es steckt eine absichts­lo­se Neu­gier dar­in, es noch­mal zu ent-decken.

Ges­tern war da den gan­zen Tag nur Mu. Mu fuhr zur Arbeit. Mu saß in Bespre­chun­gen. Mu fuhr zur Medi­ta­ti­on. In der ers­ten Ein­heit und beim Kin­hin war da nur Mu. Es gab kein Sit­zen, kei­ne Wand, kei­ne Gedan­ken und kei­ne Per­son. Mu.

Wie soll man Mu zei­gen? Und war­um? „Ich“ soll Mu zei­gen? Mu zeigt sich Mu. Wie unnö­tig.

Ich kann Mu nicht zei­gen — aber ich kann es auch nicht nicht-zei­gen.