Musik.

Freitag, 14. September 2012

Ges­tern habe ich Musik im Auto gehört. Was sich so ein­fach und nor­mal anhört, war für mich ein rie­si­ges Erleb­nis. Was ist Musik?

Natür­lich ist mir schon klar, wie Musik und Gesang ent­ste­hen. Dar­um geht es auch gar­nicht. Aber wenn da ein­fach nur Hören ist, ohne das Gehör­te „zu ver­ar­bei­ten“… Was ist das? Gesang ist im Grun­de eine merk­wür­di­ge Art zu spre­chen. Aber neben dem Text pas­siert da noch so viel mehr. Im Hören gibt es auch kei­ne Unter­schei­dung zwi­schen Gesang und Instru­men­ten. Das ist alles eins.

Was fast noch span­nen­der ist: wo ist die Musik? Kommt sie „aus dem Laut­spre­cher“, wie mein Ver­stand mir erzählt? Hört mein Ohr? Wenn ich die Augen schlie­ße, ist da weder Ohr noch Laut­spre­cher — aber Musik über­all. Selbst wenn ich einen Kopf­hö­rer nur ins rech­te Ohr ste­cke, gibt es nicht „rechts Musik“ und „links kei­ne Musik“. Ich könn­te zwar auch mit geschlos­se­nen Augen sagen in wel­chem Ohr der Ste­cker ist — aber zu sagen, dass die Musik dort wäre, ist ein­fach falsch. Wo ist sie nicht? Es erscheint auch unsin­nig sie im Seh­feld zu ver­or­ten. Da ist eine Quel­le aus­zu­ma­chen. Aber die Quel­le ist nicht die Musik, die ich höre. Musik ist nicht mal von den Geräu­schen der ande­ren Autos zu unter­schei­den.

Eigent­lich ist da kei­ne Musik. Nur Hören.