Objekte.

Dienstag, 31. Mai 2011

Alles, was wir über unse­re fünf Sin­ne wahr­neh­men, sind Objek­te. Der Moni­tor, auf den Du gera­de guckst, bist nicht Du. Der Moni­tor ist ein Objekt, das Du über Dei­ne Sin­ne wahr­nimmst. Du bist der Wahr­neh­men­de, der Moni­tor ist das Wahr­ge­nom­me­ne.


Die Geräu­sche, die Du gera­de hörst, bist nicht Du. Es gibt jeman­den, der die Geräu­sche wahr­nimmt: Dich. Der Stuhl, den Du gera­de viel­leicht unter Dir spürst, bist nicht Du. Du bist das Sub­jekt, das die Wahr­neh­mung des Stuhls hat. Genau so ist der Duft und Geschmack von Kaf­fee nur ein Objekt Dei­ner Wahr­neh­mung.

In mei­nem Blick­feld ist gera­de auch mei­ne Hand. „Mein Kör­per“ ist ein Objekt, das ich sehen, füh­len, rie­chen, schme­cken und (manch­mal lei­der…) hören kann. Ich bin nicht „mein Kör­per“, denn ich bin ja der Wahr­neh­men­de und der Kör­per ein Objekt mei­ner Sin­ne. Und selbst, wenn es noch mehr Wege gäbe „mei­nen Kör­per“ wahr­zu­neh­men: er bleibt eine Wahr­neh­mung. Ein Objekt.

Neben den klas­si­schen fünf Sin­nen gibt es noch eine wei­te­re Wahr­neh­mung, die uns stän­dig beglei­tet: die Gedan­ken. Man kann sich dar­über strei­ten, ob das ein eigen­stän­di­ger „Sinn“ ist. Denn Gedan­ken bestehen eigent­lich aus Wor­ten und Bil­dern — also Hören und Sehen. Aber egal wie man Gedan­ken kate­go­ri­sie­ren will: sie sind eine Wahr­neh­mung. Oder nimmst Du gera­de nicht Dei­ne Gedan­ken wahr?

Du bist also nichts von dem, was Du — in wel­cher Form auch immer — wahr­neh­men kannst. Der Gedan­ke, daß Du nicht Dein Kör­per sein kannst, ist bestimmt irri­tie­rend beim ers­ten Mal. Aber es stimmt doch, oder nicht? Wenn es ein Objekt gibt und ein Sub­jekt, etwas Wahr­ge­nom­me­nes und einen Wahr­neh­men­den — auf wel­cher Sei­te wür­dest Du Dich sehen?

Was bleibt aber übrig? Im Grun­de haben wir gera­de abso­lut alles aus­ge­schlos­sen. Wenn nichts, daß Du wahr­neh­men kannst, „Du“ bist, kann abso­lut nichts übrig blei­ben. Nichts. Denn egal, was Du trotz­dem noch als „Du“ iden­ti­fi­zie­ren möch­test: es muss Teil Dei­ner Wahr­neh­mung sein — sonst könn­test Du nicht dar­auf zei­gen und sagen: „DAS bin ich!“.

Also: wer (oder bes­ser: was) bist Du?