Schwerkraft.

Freitag, 16. November 2012

Selbst nach drei Wochen bin ich mir immer noch nicht sicher, ob ich mei­ne Ein­drü­cke vom Tref­fen mit den deut­schen LU-Gui­des in Wor­te fas­sen kann. Mir wider­strebt es, ein­fach nur von den Ereig­nis­sen zu erzäh­len, denn es war so viel mehr als das.

Was läßt es so lan­ge nach­klin­gen? Da ist immer noch das Gefühl, zum Teil noch dort zu sein. Ist damit wirk­lich der Ort in der Nähe von Mün­chen gemeint? Oder der Kreis der Men­schen? Nein. Da war etwas Ande­res.

Nor­ma­ler­wei­se dau­ert es immer eine Zeit, bis man sich auf­ein­an­der ein­ge­stellt hat. Bis man so unge­fähr weiss, wie die Ande­ren ticken. Aber das war nicht so.

Wir haben vor­her kei­nen genau­en Plan auf­ge­stellt, was wir an dem Wochen­en­de machen wol­len. Um so vie­le ver­schie­de­ne Inter­es­sen zu syn­chro­ni­sie­ren, ist nor­ma­ler­wei­se eini­ges an Orga­ni­sa­ti­on not­wen­dig. Aber das war nicht so.

Da saßen nicht sie­ben frem­de Men­schen an einem Tisch. Und es gab auch kei­ne unter­schied­li­chen Inter­es­sen. Was wirk­lich anders war: nie­mand woll­te etwas. Nichts muss­te pas­sie­ren. Alle waren ein­fach nur da. Natür­lich gab es die Rol­le des für­sorg­li­chen Gast­ge­bers (vie­len Dank dafür…), der hel­fen­den Hän­de, der Spa­zier­gän­ger, der Küchen­hel­fer, Kamin­kusch­ler und Kin­der­be­treu­er. Es gab Geschich­ten zu erzäh­len, Fra­gen zu stel­len, Per­spek­ti­ven ken­nen­zu­ler­nen und Neu­es aus­zu­pro­bie­ren.

Doch da war noch mehr. Da war ein „am glei­chen Ort sein“. Sich nicht erklä­ren müs­sen und doch voll­kom­men ver­stan­den sein. Für mich war so offen­sicht­lich, dass nicht jeder für sich aus einer eige­nen beson­de­ren Quel­le schöpft, dass es nicht­mal aus­rei­chend wäre zu sagen, dass wir aus der sel­ben Quel­le schöp­fen. Auf eine Art, die sich schwer in Wor­te fas­sen läßt, war da ein­fach nur Eins. Unge­trennt­sein.

Die­ses Erle­ben, die­ser „Ort“ übt immer noch eine Schwer­kraft auf mich aus. Zieht mich bestän­dig „tie­fer“.