Stufen?

Mittwoch, 9. Mai 2012

Es gibt vie­le Beschrei­bun­gen von unter­schied­li­chen Stu­fen, die man auf dem Weg zur Erfah­rung zu durch­schrei­ten scheint. Die­ses drei­stu­fi­ge Modell kann ich gut nach­voll­zie­hen:

Die ers­te Stu­fe wird beschrie­ben als „Ber­ge sind Ber­ge und Täler sind Täler“. Oder auch als „ich exis­tie­re unab­hän­gig von den ande­ren Din­gen in der Welt“. Das ist sozu­sa­gen der Aus­gangs­punkt. So nimmt wahr­schein­lich (fast) jeder sich und sei­ne Umwelt wahr.

In der zwei­ten Stu­fe sind „Ber­ge nicht mehr Ber­ge und Täler nicht mehr Täler“. Oder man sagt „ich und die Welt sind Eins“. Die Wahr­neh­mungs­per­spek­ti­ve hat sich ver­scho­ben.

In der drit­ten Stu­fe heisst es „Ber­ge sind Ber­ge und Täler sind Täler“. Das ist kei­ne Rück­kehr zur ers­ten Stu­fe, son­dern die Ein­sicht, dass bei­de vor­he­ri­gen Stu­fen auf einer Illu­si­on basie­ren. Es wird eine Getrennt­heit ange­nom­men, die zur Pola­ri­sa­ti­on führt. Nur wenn es Getrennt­heit gibt (ers­te Stu­fe) kann es als Gegen­pol auch Ein­heit geben (zwei­te Stu­fe). Es steckt kei­ne Ent­wick­lung in der zwei­ten Stu­fe, son­dern bei­de Stu­fen fal­len auf den glei­chen „Trick“ her­ein, inter­pre­tie­ren ihn nur gegen­sätz­lich.

Ist der „Trick“ durch­schaut, gibt es weder Ein­heit noch Nicht-Ein­heit, weder Tren­nung noch Nicht-Tren­nung. Kei­ne Stu­fen und Schrit­te. Kei­ne Wor­te. Ber­ge kön­nen Ber­ge genannt wer­den, ohne der Illu­si­on einer Tren­nung oder Ein­heit mit ihnen zu erlie­gen. Was auch ver­schwin­det ist die Illu­si­on, das die­se drei Schrit­te eine Ent­wick­lung oder gar einen Weg beschrei­ben.

Mich ärgert jedes Wort, das ich hier schrei­be. Sobald es geformt ist weiss ich schon, dass es falsch ist. Alles was gesagt oder geschrie­ben wird führt in die fal­sche Rich­tung. Lie­ber wür­de ich ein­fach nur schwei­gen… Doch die Hoff­nung ist zu gross, dass gehört wird, was ich nicht sage, und gele­sen wird, was ich nicht schrei­be.