Weniger ist mehr.

Sonntag, 23. Oktober 2011

Die­ser inne­re Frie­den ist nicht davon abhän­gig, was gera­de pas­siert. Er ist in jedem Moment da. Alles ent­steht erst in die­sem Frie­den. Und das kann auch Unzu­frie­den­heit sein. Oder Ärger, Angst und Sor­gen. Alles kann sein — ohne den Frie­den zu stö­ren.


In die­ser Erkennt­nis fällt immer mehr der Wunsch ab, etwas Bestimm­tes zu haben oder zu errei­chen. Brau­che ich noch eine Uhr um glück­lich zu sein? Kön­nen mir über­haupt Din­ge mehr Glück, Frie­den, Lie­be brin­gen? Eigent­lich brin­gen sie gar­nichts mit. Es scheint wirk­lich so zu sein wie es auch Ande­re sagen: in der Erfül­lung eines Wun­sches fällt für eine Zeit das Suchen und Stre­ben weg. Das Glück, das in die­ser Zeit da ist, ist nur das Wahr­neh­men des Frie­dens, der immer da ist, aber nor­ma­ler­wei­se vom Suchen und Stre­ben ver­deckt wird. Die Zufrie­den­heit hat nichts mit dem Ding zu tun, son­dern nur mit dem Weg­fal­len des Wün­schens. Wenn gese­hen wird, dass „haben“ und „haben wol­len“ kein wei­te­res Glück brin­gen kön­nen — war­um muss ich dann über­haupt etwas haben?

Wenn ich mich hier so umse­he, sind da sehr vie­le Din­ge. Sehr, sehr vie­le. Eini­ge davon sind für ein kom­for­ta­bles Leben ganz nütz­lich: ein Stuhl, ein Tisch… Viel­leicht auch die­ser Com­pu­ter. Aber so vie­les ist ein­fach nur da, weil man meint es haben zu müs­sen — ob man es braucht oder nicht. Muss das wirk­lich sein?

Hier reift immer mehr die Idee, dass weni­ger mehr ist. Nicht im Sin­ne eines abso­lu­ten Mini­ma­lis­mus: ein Bett, ein Stuhl, ein Tisch, eine Hose, ein T-Shirt, usw. Viel­leicht eher als ein bewuss­tes Über­prü­fen, wel­che Din­ge man wirk­lich braucht. Von denen, die bereits da sind, aber auch bei all‘ den Wün­schen. Ich habe die­sen Monat zum Bei­spiel kaum Geld für „Impuls­käu­fe“ aus­ge­ge­ben. Impul­se waren da und sind immer da. Aber wenn die Erfül­lung die­ser Wün­sche kein zusätz­lich Glück, nicht mehr Zufrie­den­heit ver­spricht, ist es sehr ein­fach sie ein­fach nur da sein zu las­sen. Dafür konn­te ich bei einem wich­ti­gen Kauf aber auch direkt zu dem rich­tig guten Pro­dukt grei­fen und muss­te nicht erst­mal gucken, ob es mit der zwei­ten Wahl auch geht.