Wo passiert das alles?

Freitag, 6. Juli 2012

Hast Du schon ein­mal dar­auf geach­tet, wo das Hören statt­fin­det? Jetzt gera­de höre ich den Regen draus­sen auf das Stra­ßen­pflas­ter pras­seln. Aber stimmt das auch wirk­lich? Eigent­lich gibt es da nur ein Geräusch. Eine Wahr­neh­mung, die nicht ein­mal „Hören“ genannt wer­den könn­te. „Regen“, „pras­seln“ und „draus­sen“ sind nach­träg­li­che Inter­pre­ta­tio­nen die­ser Wahr­neh­mung. Nur Gedan­ken — nicht das Geräusch an sich. Wenn ich nicht ver­su­che zu inter­pre­tie­ren, nicht auf die Infor­ma­ti­on inner­halb der Wahr­neh­mung ach­te, son­dern nur auf das Hören… wo fin­det das statt?

Wie ist das mit dem Sehen? Ich sehe da hin­ten ein Haus. Oder? „Haus“ ist doch wie­der eine Inter­pre­ta­ti­on der Farb­flä­chen vor mei­nem Auge. Selbst „Farb­flä­chen“ und „Auge“ haben mit dem Sehen nichts zu tun. Und fin­det das Sehen wirk­lich „da hin­ten“ statt? Also „da hin­ten“ ist Sehen, dann kommt eine gan­ze Zeit nichts, und dann bin ich da? Oder fin­det das Sehen im Auge statt?

Fin­det Sehen und Hören „im Kopf“ statt? Also hin­ter den Augen oder zwi­schen den Ohren? Ist da das Geräusch bzw. das Bild? Wirk­lich? Was ist wenn Du träumst? Dann „hörst“ und „siehst“ Du doch auch… mit Dei­nen Augen und Ohren? Unter­schei­den sich Bil­der und Geräu­sche im Traum irgend­wie von denen jetzt? Was ist anders? Ist irgend­et­was anders? Woher weisst Du, dass Du jetzt gera­de nicht träumst?

Das alles fin­det dort statt, wo Du bist.