Zeitlos.

Donnerstag, 5. Mai 2011

Völ­lig unver­mit­telt im Hier und Jetzt. Kein Weg hat hier hin geführt. Kein Weg führt von hier weg. Gedan­ken an ein Davor oder Danach tau­chen zwar auf… aber auch die sind jetzt und hier. Alles pas­siert ohne Refe­renz­punkt. Als ewi­ges Jetzt.


Neu und unver­braucht erschei­nen alle Din­ge, Klän­ge, Gerü­che. Ohne Namen, ohne Kate­go­rie. Man kann die Ver­ar­bei­tung der Sin­nes­ein­drü­cke fast beob­ach­ten. Wie sie aus dem Einen klei­ne Stü­cke schnei­den, ihnen Namen geben, in eine Schub­la­de ein­sor­tie­ren. Aber in die­sem immer ein­ma­li­gen Moment, hier und jetzt, gibt es kei­ne Wor­te. Alles ist ein­fach. Gleich­zei­tig. Urteils­los. Wort­los.

Im Sehen sind noch kei­ne Wor­te. Nie­mand sieht einen Tisch. Nie­mand sieht Far­ben oder eine Form. Den Sin­nes­ein­druck als „Sehen“ zu beschrei­ben ist schon zu viel. Ist schon ein Wort und Gedan­ke. Eine Inter­pre­ta­ti­on. Aber es ist nicht das, was pas­siert. Wir leben wie aus Büchern, bekom­men immer nur die Spei­se­kar­te zu sehen und geben uns damit zufrie­den. Dabei sit­zen wir die gan­ze Zeit im Schla­raf­fen­land.

Wenn man sehen kann — ohne Wor­te — ist da nur ein lei­ser Frie­den. Nur Wun­der und Lie­be.