Zwei Welten?

Montag, 25. Juni 2012

When I see I am not­hing, that is wis­dom. When I see I am ever­y­thing, that is love. My life is a move­ment bet­ween the­se two.“

Zu sehen, dass ich Nichts bin, ist Weis­heit. Zu sehen, dass ich Alles bin, ist Lie­be. Mein Leben ist eine Bewe­gung zwi­schen die­sen bei­den.“

Sri Nis­argad­at­ta Maha­raj

Es wäre so ein­fach, sich in das „Nichts“ zu ret­ten und das „Alles“ ein­fach von sich zu wei­sen. Im Nichts liegt so viel Frie­den und Ruhe. Es ist per­fekt. Wun­der­bar. Gött­lich. Könn­te ich doch nur das sein. Dann wäre die Welt nur noch schön.

Aber da ist immer auch die Welt des Geis­tes mit all ihren Din­gen, Fra­gen, Pro­ble­men, Wün­schen und ste­ti­ger Unru­he. Gedan­ken und Kon­zep­te müs­sen sich gegen­sei­tig stüt­zen und „bewei­sen“, um die­se Illu­si­on der Welt auf­recht zu erhal­ten. Es ist ein Gefan­gen-Sein in Begrif­fen und Mus­tern. Skla­ve einer Spra­che, deren Wor­te nur Hül­sen sind. Hohl und unecht.

Und doch sind es nicht zwei. Es gibt kei­ne Wahl zwi­schen dem Einen und dem Ande­ren. Da ist kein Hin- und Her­sprin­gen. Es sind auch nicht zwei unter­schied­li­che Wel­ten, die gleich­zei­tig neben­ein­an­der exis­tie­ren. Es gibt „Alles“ nicht ohne „Nichts“. Alles ist Nichts — Nichts ist Alles. Zwei Mög­lich­kei­ten, das Sel­be zu beschrei­ben.

Daher kann man von dem „Alles“ auch nicht das „Nichts“ fin­den oder errei­chen. „Erleuch­tung“ ist nur als Kon­zept mög­lich, wenn ich eine Tren­nung von „Alles“ und „Nichts“ anneh­me. Ohne Tren­nung ist „Erleuch­tung“ die Leis­tung von hier nach hier zu gelan­gen… Alles ande­re ist nur ein Spiel mit Kon­zep­ten.

Alles ande­re ist nur ein Spiel. Ein fabel­haf­tes, bun­tes, lau­tes Spiel aus Far­ben, Geräu­schen, Gerü­chen und Emp­fin­dun­gen. Ein Spiel, das wahr­ge­nom­men wird. Eine Wahr­neh­mung, die mit sich spielt.